Antrag der SPD zum Azubiwerk

Geschrieben von Azubiwerk am Dezember 13, 2011. in Politik

Sicherung des Fachkräftenachwuchses in Hamburg: Bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende durch Schaffung eines Auszubildendenwerks und eines Auszubildendenwohnheims

Antrag der Abgeordneten Andreas Dressel, Dirk Kienscherf, Jan Balcke, Arno Münster, Wolfgang Rose, Andrea Rugbarth, Daniel Gritz, Birte Gutzki-Heitmann, Dorothee Martin, Erck Rickmers, Hansjörg Schmidt und Fraktion

In Hamburg befinden sich fast 40.000 junge Menschen in einer dualen Berufsausbildung. Die hohen Lebenshaltungs- und insbesondere Mietkosten in Hamburg belasten eine Vielzahl der Auszubildenden in erheblichem Maße. Im Durchschnitt liegt die Ausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr in Hamburg nach Angaben des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB) bei 614 Euro brutto monatlich (Zahlen aus 2010). Die Ausbildungsvergütungen allein reichen daher häufig nicht aus, die Lebenshaltungskosten zu decken. Über 40 Prozent der Auszubildenden kommen ursprünglich nicht aus Hamburg. Diese Jugendlichen sind unweigerlich mit hohen Miet- oder Fahrtkosten konfrontiert. Doch auch für Hamburger Jugendliche, ist nicht ausreichend bezahlbarer Wohnraum vorhanden. Dies betrifft in besonderer Weise die minderjährigen Auszubildenden. Für sie müssen nach dem „Heimrecht“ bei Wohnangeboten begleitende pädagogische Unterstützungsangebote vorgehalten werden.

Zur Lösung dieses Problems hat sich 2008 eine Initiative zur Schaffung eines Auszubildendenwohnheims gebildet. Diese Initiative hat mittlerweile eine umfangreiche Konzeption für ein „Auszubildendenwerk“ in Form einer privaten Stiftung unter Beteiligung der Sozialpartner entwickelt. Die Handelskammer, die Handwerkskammer, die Unternehmerverbände, Gewerkschafter und viele weitere Akteure begrüßen und unterstützen diese Initiative.

Die private Stiftung soll Zustiftungen aus dem Bereich der Wirtschaft und der Stadt Ham-burg erhalten. Die Zuschüsse der Wirtschaft sollen sich auf 10 Millionen Euro belaufen, Zusagen über siebenstellige Beträge aus der Wirtschaft liegen bereits vor. Eine solide Grundfinanzierung im Rahmen des Stiftungskapitals ist notwendig, da die Stiftung ohne regelmäßige staatliche Zuwendungen und ohne Beiträge der Auszubildenden arbeiten soll. Die Schaffung weiterer Wohnheime und eine Ausweitung der Angebote für Auszubildende können dann aus der Stiftung selbst realisiert werden. Bei einem Wegfall des Stiftungszweckes oder einer Auflösung der Stiftung fällt das Vermögen an die Freie und Hansestadt Hamburg.

Für das erste Auszubildendenwohnheim ist eine zentrale Lage von hoher Bedeutung, da die Ausbildungsbetriebe der Jugendlichen über ganz Hamburg verstreut liegen, die Berufsschulen sich hingegen auf Standorte in zumeist zentraler Lage konzentrieren. Die Initiative hat hierzu bereits ein Gelände in den Blick genommen, das in der Nähe der S-Bahn-Station „Veddel“ liegt und somit die Anforderungen an eine zentrale Lage optimal erfüllen würde. Ein dort entstehendes Auszubildendenwohnheim für junge Menschen würde zudem wesentlich zu einer weiteren Belebung des Stadtteils beitragen.

Neben bezahlbaren Wohnraum wird die Stiftung ein pädagogisches Unterstützungsangebot für die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnheime anbieten. Dieses Angebot beinhaltet beispielsweise eine Betreuung der minderjährigen Auszubildenden rund um die Uhr sowie Nachhilfeangebote. Die Pädagoginnen und Pädagogen stimmen sich mit den Berufsschulen und Betrieben ab und helfen so den Auszubildenden, ihre Ausbildungsleistung zu verbessern. Ehrenamtliches Engagement und Beteiligung an den sozialen Strukturen im Wohnheim werden im Auszubildendenwohnheim ausdrücklich gefördert. Zudem sollen Kooperationen mit Sportvereinen und Jugendverbänden entstehen, in denen die jungen Auszubildenden einen guten Ausgleich zu ihrer Arbeit finden können. Weitere Unterstützungs- und Beratungsangebote wie z.B. eine Beratung zur Ausbildungsfinanzierung sollen allen Hamburger Auszubildenden zu Gute kommen.

Die Stärkung der beruflichen Bildung, die Verbesserung der sozialen Lage der Auszubildenden und die Sicherung des Fachkräftenachwuchses der Hamburger Wirtschaft sind erklärte und wichtige Ziele der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Mit der Schaffung eines Auszubildendenwerkes wird die Attraktivität des Hamburger Ausbildungsmarktes in Zeiten des demographischen Wandels gestärkt.

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird aufgefordert,

1. die Gründung einer privaten Stiftung „Auszubildendenwerk“ zu befördern, mit dem Ziel, bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende in Hamburg zu schaffen und die Auszubildenden mit ergänzenden Angeboten zu unterstützen.

2. zu prüfen, wie die Schaffung eines ersten Auszubildendenwohnheimes in Trägerschaft der Stiftung „Auszubildendenwerk“ insbesondere dadurch unterstützt werden kann, dass ein geeignetes Grundstück seitens der Stadt oder eines städtischen Unternehmens be-reitgestellt und als Zustiftung in das Vermögen der Stiftung übertragen wird.

3. zu prüfen, wie ein einmaliger städtischer Beitrag zur Finanzierung des Starts der Stiftung realisiert werden kann. Dabei ist insbesondere zu klären, wie die städtischen Unternehmen, die selbst ausbilden, hierfür einen Beitrag leisten können.

4. gegenüber der Stiftung darauf hinzuwirken, dass für minderjährige Bewohnerinnen und Bewohner des Auszubildendenwohnheims ausreichend pädagogische Begleitangebote zur Verfügung stehen, um bei der Bewältigung von Problemen, die auf dem Weg in die Selbstständigkeit in einer Großstadt wie Hamburg auftreten können, Unterstützung zu finden.

5. Kooperationen der Stiftung mit Jugendverbänden, Sportvereinen und anderen Institutionen zu befördern.

6. der Bürgerschaft zum 31.10.2012 über den Sachstand zu informieren.

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Wohnen für Azubis

Geschrieben von Azubiwerk am März 10, 2011. in Presse

TAZ vom 05.03.2011 von Lea Baumeyer

UNTERSTÜTZUNG Die hohen Hamburger Mieten sind für viele Lehrlinge von außerhalb ein Problem. Ein „Azubiwerk“ soll Abhilfe schaffen – ein Wohnheim ist bereits in Planung…

…Schwede betont, dass das Wohnheim-Projekt erst der Anfang sei. „500 Plätze sind ein guter Start, aber es müssen weitere folgen. Der Bedarf ist groß.“ An der Wohnungsfrage könnte mancher Bewerber aus dem Umland scheitern. „Wenn die Eltern einen nicht finanziell unterstützen können, stellt sich schnell die Frage, ob es möglich ist, die Ausbildung in Hamburg zu beginnen“, so Schwede.

Finanziert wird das Wohnheim durch den Verein Ausbildungsstart und Investoren aus der Stadt. Von politischer Seite gibt es Zustimmung. Der künftige SPD-Bürgermeister Olaf Scholz nannte den Wohnheimbau ein „dringendes Anliegen“. Auch Frank Glücklich, Geschäftsführer der Handwerkskammer Hamburg, betont die Dringlichkeit des Projekts: „Jeder dritte Lehrling im Hamburger Handwerk stammt aus dem Umland. Darum ist es wichtig, attraktive Wohnbedingungen für diese jungen Leute zu schaffen.“…

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Motivation

Geschrieben von Azubiwerk am Januar 27, 2011. in für Unternehmen, Stiftung

Knapp die Hälfte aller Auszubildenden in Hamburger Unternehmen kommt ursprünglich nicht aus Hamburg. Diese Auszubildenden müssen in Hamburg Wohnraum finden, was aufgrund ihrer geringen Einkünfte und ihres oft sehr jungen Alters sehr schwer ist. Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung lag 2012 im ersten Ausbildungsjahr bei 664 Euro brutto und im Schnitt über die gesamte Ausbildungsdauer bei 737 Euro brutto. Ungefähr 30 % aller Auszubildenden in Hamburg sind zu Beginn der Ausbildung minderjährig.

Auf dem Hamburger Wohnungsmarkt ist günstiger Wohnraum schwer zu finden, zudem sind nicht alle Vermieter gewillt diesen an junge Menschen ohne Sicherheiten und Lebenserfahrung zu vermieten. Für Studierenden in Hamburg gibt es über 3.950 bezahlbare Zimmer in den 23 Studierendenwohnheimen des Studierendenwerkes. In Hamburg gibt es ca. 38.000 Auszubildende – doch bis jetzt noch keine vergleichbaren Einrichtungen.

Es geht jedoch um mehr als nur um günstigen Wohnraum.

 

Hamburgs Auszubildende brauchen weitere Unterstützungs- und Beratungsangebote, die über ein Auszubildendenwerk dauerhaft umsetzbar sind. Auf diesem Wege kann auch die Attraktivität der dualen Ausbildung in Hamburg gestärkt und der Fachkräftebedarf nachhaltig gesichert werden.

Im Jahr 2008 wurde der Verein „Ausbildungsstart“ gegründet, seit 2010 „Stiftung Azubiwerk“ (gemeinnützige Realisierungsgesellschaft). Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Auszubildenden mit verschiedenen Projekten zu verbessern. Das wichtigste Projekt ist das erstes Wohnheim für Auszubildende in Hamburg-Wandsbek.

Das Auszubildendenwohnheim wird jungen Menschen in der Ausbildung günstigen Wohnraum bieten und zu einer besseren Vernetzung der Auszubildenden untereinander beitragen. Dieses Wohnheim wird die Grundlage sein, zukünftig noch mehr bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende und weitere Unterstützungsleistungen anzubieten.

Wohnungsnot: Hilfe für Hamburger Azubis

Geschrieben von Azubiwerk am Juni 29, 2011. in Presse

Hamburger Morgenpost vom 13.02.2011 von Olaf Wunder

Ein Student, der ein billiges Zimmer braucht, wendet sich ans Studentenwerk. Aber was macht ein Azubi? In Hamburg steht jetzt das erste Auszubildendenwerk Deutschlands vor der Gründung. Spätestens 2013 soll ein erstes Wohnheim mit preisgünstigen Zimmern eröffnet werden.

Der Mangel an billigen Wohnungen ist ein Riesenproblem für Azubis – vor allem für die, die von auswärts kommen und nicht zu Hause wohnen können. Ein angehender Maler beispielsweise verdient gerade mal 350 Euro! Davon noch Miete zahlen? Wie soll das gehen?

Ein Studentenwerk für Auszubildende – es war Olaf Schwede (30), Landesjugendsekretär des DGB, der auf diese Idee kam. Einen Trägerverein gibt es schon und mit dem 28-jährigen Patrick Fronczek auch einen Geschäftsführer. Vor allem aber: Investoren sind gefunden, die das Wohnheim mit 500 Plätzen finanzieren.

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Flyer bestellen

Geschrieben von Azubiwerk am Januar 27, 2011. in für Unternehmen

Über diese Seite können Informationsflyer für Auszubildende bestellt werden, die das Wohnheim in Wandsbek kurz vorstellen. Sie können von den Unternehmen als Information gegenüber Auszubildenden und Bewerber/innen genutzt werden.

Fördern

Geschrieben von Azubiwerk am Januar 28, 2011. in Stiftung, Wohnen

Der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung ist für alle Auszubildenden von hoher Bedeutung. Das Auszubildendenwerk wird deswegen Hilfen für alle Auszubildenden anbieten oder vermitteln: Über eine enge Kooperation mit Kammern, Trägern und Sozialpartner kann eine kostenlose Nachhilfe und Unterstützung bei Ausbildungsproblemen sichergestellt werden. Hierfür schafft das Auszubildendenwerk die notwendigen Strukturen und Netzwerke.