Schöner wohnen während der Lehre

Geschrieben vonAzubiwerk aufJanuar 19, 2016. Posted inPresse

HAMBURGER Abendblatt vom 01.08.2016 von Ulrich Gassdorf

Das günstigste Zimmer in Hamburgs erstem Azubi-Wohnheim kostet 350 Euro pro Monat. Heute wird die Einrichtung eröffnet.

Alles da was man braucht: Ein Blick ins Zimmer. Foto: Azubiwerk

Jenny Stampfli , Tessa Smilowski und Aaron Schürmann auf der Dachterasse von Hamburgs erstem Wohnheim für Auszubildende Foto: Michael Rauhe

Marienthal. Der Blick von der Dachterrasse mit den schicken Loungemöbeln reicht weit über die Stadt. Unten an der Bar werden kühle Getränke gereicht, eine Couchlandschaft und zwei Kickertische stehen bereit. Vor einer Großbildleinwand können die Gäste auf Bierkisten, die zu Hockern umgestaltet wurden, Platz nehmen und gemeinsam Filme oder Fußballspiele sehen. Der Zugang zum WLAN ist selbstverständlich kostenlos. Nein, hier ist nicht die Rede von einem Hotel oder Hostel, sondern von Hamburgs erstem Auszubildenden-Wohnheim an der Hammer Straße.

Neu daran ist auch, dass sich hier schon minderjährige Azubis einmieten können, denn es gibt rund um die Uhr einen Ansprechpartner im Haus. „Unsere Bewohner sollen sich wohlfühlen, denn es ist ihr zu Hause für die nächsten zwei oder drei Jahre. Ein wichtiger Aspekt ist dabei nicht nur ein modernes zeitgemäßes Ambiente, sondern vor allem auch die sozialpädagogische Betreuung der jungen Menschen“, sagt Patrick Fronczek

Der 33-Jährige ist Geschäftsführer der Stiftung Azubiwerk. Seit 2010 verfolgte Fronczek seinen Plan und hatte manche Hürde zu überwinden: „Es musste eine Menge Überzeugungsarbeit geleistet werden. Aber jetzt haben wir unser Ziel erreicht.“ Eigentümer der Immobilie ist die „Zeit“-Stiftung, die rund 16 Millionen Euro investiert hat. Die ersten Bewohner sind Anfang Juli eingezogen. 156 Plätze stehen zur Verfügung. Alle sind bereits belegt, es gab 1450 Bewerbungen. Jeder hat sein eigenes Zimmer, die Bewohner leben zu zweit, zu dritt oder zu viert in abgeschlossenen Appartements mit Küche und Bad. Ein Zimmer in einem Viererappartement kostet rund 350 Euro warm pro Monat. Das Vorzeigeprojekt wird am heutigen Montag von Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) offiziell eröffnet. Durch das Wohnheim werde „eine Bedarfslücke geschlossen“, lobt die Politikerin das Haus…

…“Es ist in Ordnung, dass wir Regeln einhalten müssen. Ich bin hier schließlich nicht im Urlaub, sondern zum Lernen in Hamburg. Zu Hause bei den Eltern kann man ja auch nicht machen, was man will“, sagt Aaron Schürmann. Der 18-Jährige beginnt an diesem Montag eine Ausbildung zum Hotelfachmann im 25hours Hotel HafenCity. „Ich habe mir Hamburg ausgesucht, weil ich einfach mal raus- und etwas Neues erleben wollte“, sagt der Düsseldorfer. Das Azubiwerk habe ihn natürlich auch wegen der vergleichsweise günstigen Miete, verbunden mit einem großen Angebot, gereizt.

Für Jennifer Piotrowicz aus Kiel, die eine Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe bei der Deutschen Bahn macht, steht fest: „Es ist ein neuer Lebensabschnitt. Wir steigen jetzt ins Arbeitsleben ein und haben ein neues Zuhause gefunden.“ Der Bedarf ist auf jeden Fall da – in Hamburg gibt es mehr als 39.000 Auszubildende. Das Azubiwerk hat das erkannt und will bis 2022 rund 1000 Plätze an sechs Standorten in ganz Hamburg schaffen.

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